Earth Overshoot Day 2016

Foto: Diagramm Overshoot Day, © Fotoarchiv, eNu

Mit dem 8. August dieses Jahres überschreiten bzw. überschießen (overshoot) wir die natürlichen Ressourcen unseres Planeten. Die Menschheit hat dann soviel Natur verbraucht, wie die Erde in einem Jahr regenerieren kann. Daran erinnert uns alljährlich der Earth Overshoot Day.

Leben auf Kredit

Im Jahr 2015 fiel dieser Tag auf den 13. August. Das bedeutet, dass wir heuer schon 5 Tage früher unsere Ressourcen verbraucht haben. Den Rest des Jahres leben wir daher quasi auf Kredit. Wir nutzen mehr an natürlichen Ressourcen durch Überfischung, Rodung und CO2 Ausstoß in die Atmosphäre als nachproduziert bzw. gebunden wird. Die Konsequenzen dieser „Über-Nutzung“ sind der Rückgang an Biodiversität, leergefischte Meere, Erosion von fruchtbarem Boden und Klimawandel samt Folgeschäden.

Übernutzung sichtbar machen

Die Idee, den übermäßigen Verbrauch der planetaren Ressourcen in anschaulicher Form zu präsentieren, stammt von Andrew Simms, einem Mitglied der britischen New Economics Foundation. Für die Berechnung des Earth Overshoot Day ist das Globale Footprint Netzwerk verantwortlich. Diese internationale Denkfabrik (Thinktank) koordiniert die Forschung, entwickelt methodische Standards und bereitet die Grundlagen für EntscheidungsträgerInnen auf. Seit 2007 ist auch der WWF International eingebunden.
Um den genauen Tag für jedes Jahr zu bestimmen, wird die Anzahl der Tage errechnet, an denen die Biokapazität der Erde ausreicht, den Bedarf der Menschheit zu decken. Der Rest ist der Globale „Overshoot“.

Rasante Entwicklung ins Defizit

War am ersten dokumentierten Earth Overshoot Day 1987 das Datum, an dem die Ressourcen der Erde aufgebraucht waren, der 19. Dezember, so rückte dieser Tag 1995 schon auf den 21. November. Nach der Jahrtausendwende 2005 war es bereits der 20.Oktober. Unser Ressourcenverbrauch erhöht sich immer rascher, denn 2008 fiel der Overshoot Day schon auf den 23. September. Seit 2012 befinden wir uns mit unserem übermäßigen Ressourcenverbrauch im August. Damit leben wir als Menschheit schon ein Drittel des Jahres auf Kredit. Bezahlen werden diese Zeche unsere Nachkommen mit Klimaveränderungen und den Folgen für Natur und Mensch.

Besorgniserregender Rohstoffverbrauch

Nach aktuellen Meldungen der Unep (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) hat sich der globale Rohstoffverbrauch in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht. Die Weltbevölkerung hat sich aber nicht einmal verdoppelt. Auf die Industrieländer fällt dabei der höchste Konsum. Mit dem hohen Ressourcenverbrauch gehen neben Umweltverschmutzung auch Gesundheitsprobleme und Menschenrechtsverletzungen einher. Beispiele dazu sind die Ölsandgewinnung, die enorme Flächen verbraucht und verseucht oder die Gewinnung von Edelmetallen und seltenen Erden in ungesicherten Minen. Unsere herkömmlichen Methoden von Produktion und Konsum sind nicht nachhaltig.
Als Mittel dem entgegen zu steuern werden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder Rohstoffwiederverwertung gesetzt. Reuse und Recycling müssen zukünftig eine noch viel wichtigere Rolle spielen. Ressourcenflüsse müssen transparent verlaufen, um Konsumentinnen und Konsumenten zu informieren, welche Rohstoffe sie direkt oder indirekt verbrauchen.

Gegensteuern ist das Gebot der Stunde

Wir sollten die Zeichen der Zeit erkennen und gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, eine Welt zu schaffen, in der jede/r ein erfülltes Leben innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten leben kann. Bei der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 haben sich erstmals 195 Staaten auf ein Klimaabkommen geeinigt. Es gilt, die globale Erwärmung langfristig auf zwei Grad oder weniger zu begrenzen und bis zum Ende dieses Jahrhunderts die Wirtschaft CO2-neutral zu gestalten. Dazu kann jeder von uns einen Beitrag zu einem nachhaltigen Lebensstil leisten. Starten Sie gleich heute anlässlich des Earth Overshoot Day.

http://www.wir-leben-nachhaltig.at/aktuell/detailansicht/earth-overshoot-day-2016/

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