Be a little analog

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Homo sapiens wird zu homo digitalis – wir sind umgeben von Smartphones, Watches uns Fitness Trackern. Wir werden ständig von neuen Benachrichtigungen, Emails und Messages überflutet und haben Angst, etwas Wichtiges zu verpassen (“Fear of Missing Out”).

Dabei verlieren wir die Fähigkeit, uns auf eine Sache zu konzentrieren und das Leben einfach zu beobachten – das sind aber notwendige Voraussetzungen für Kreativität und Produktivität.

Digitalisierung beeinflusst nicht nur unser Verhalten, sondern auch unser Gehirn. Dabei geht es um die Neuroplastizität, also  um die Fähigkeit des Gehirns, sich als Folge unseres Lernens und unserer Entwicklung zu verändern und neu zu strukturieren. Das heißt, alles was wir tun beeinflusst unsere Gehirnstruktur. Wer nur passiv Inhalte auf Social Media konsumiert, schränkt selbst seine Fähigkeit zur aktiven Aufmerksamkeit und Konzentration ein.

Dabei nimmt der Trend zur Entschleunigung und Entdigitalisierung nimmt immer mehr zu. Als Teil der Offline-Sehnsucht entstehen beispielsweise Digital Detox („digitale Entgiftung“) Camps, bei denen jegliche Nutzung von elektronischen Geräten verboten ist.

Allerdings braucht man keinen Offline-Camp, um ein Stück Ruhe und Konzentration in sein Leben zu bringen. Gerade ist ein Buch von Julius Hendricks erschienen (studiert Kunstgeschichte und Komparatistik an der Universität Bonn und arbeitet in einer Kölner Buchhandlung), in dem er Tipps für den Alltag gibt, die uns helfen sollen, uns selbst und die Welt wieder besser wahrzunehmen.

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“Es kann schon reichen, zu einem Zeitpunkt einfach mal nur eine Sache zu machen. Wir müssen uns von dem Gedanken befreien, immer mindestens zwei Dinge gleichzeitig tun zu müssen… Denn warum hat heute niemand mehr Zeit, in Ruhe ein Buch zu lesen? Aus demselben Grund, weshalb niemand mehr Zeit hat, nachzudenken – man kann währenddessen nichts anderes machen”, schreibt Hendricks.

Unten eine Auswahl aus den besten Tipps, die jeder für sich nutzen kann, um sein Leben bewusster zu gestalten.

Nutze einen analogen Wecker. Das Erste, was du morgen siehst, sollte kein Display sein.

Mach einen Spaziergang. Lass dein Handy zu Hause.

Schalte alle elektronischen Lichter aus und verbringe einen Abend beim Kerzenschein.

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Werde Mono-Tasking-fähig.

Schalte alle elektronischen Geräte täglich für zwei Stunden aus. Nutze die freie Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

Nutze einen öffentlichen Bücherschrank. Werde Teil eines analogen Filesharing-Netzwerkes.

Erstelle eine Liste mit Büchern, die du lesen möchtest.

Trinke den ersten Kaffee am Morgen bei der Lektüre einer Tageszeitung oder zusammen mit deinem Partner, nicht vor dem Rechner.

Richte am Wochenende eine Zeitsperre für deinen Internetzugang ein.

Schalte nachts alle elektronischen Geräte aus. Genieße die absolute Stille.

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Sei egoistisch. Du musst nicht jeden Augenblick teilen, genieße einen schönen Moment einfach mal ganz für dich allein.

Strecke die Nase aus dem Fenster, um zu erfahren, wie die Temperatur ist, statt deine Wetter-App zu nutzen.

Vertraue deinem Gedächtnis. Merke dir die Abfahrtszeiten deiner Bahn oder den Beginn eines Meetings.

Lies. Sammele schöne Sätze in deinem Notizbuch. Blättere es hin und wieder durch und erinnere dich an die Bücher, die du gelesen hast.

Schalte dein Handy während eines Verabredung aus. Vergiss es wieder einzuschalten.

Setze dich an einem beliebten Platz und beobachte die Menschen um dich herum. Erlebe Unscripted Reality.

Schenke jemandem deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Erkläre dein Schlafzimmer zur analogen Zone.

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Unternimm einen Spaziergang durch den Wald. Lass Handy und MP3-Player zu Hause und erfahre die Natur mit allen Sinnen.

Überlege dir, was du an deinem Computer willst, bevor du ihn einschaltest. Fällt dir spontan nichts ein, lass ihn aus.

Navigiere selbst und merke dir die Wege, die du zurücklegst.

Höre Musik und tue dabei nichts anderes.

Lerne ein Gedicht auswendig.

Verschenke ein Buch. Schreibe eine kurze Widmung auf die erste Seite.

Setze dich in einer Kirche auf eine Bank und schau zu, wie das Licht durch die Fenster fällt, statt mit erhobenem iPad Kirchenfenster und Altäre abzulichten.

Nimm im Restaurant dein Handy vom Tisch.

Verbringe eine Stunde im Park. Setz dich auf eine Parkbank und lass deinen Gedanken freien Lauf.

Befreie dich von dem Gefühl, etwas zu verpassen, wenn du nicht auf ein Nachrichtensignal deines Smartphones hörst.

https://mediakar.wordpress.com/2015/12/30/be-a-little-analog-digital-detox/

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