Plastiksackerl kostet bald überall Geld

Plastiksackerln sollen in Österreich künftig in allen Branchen kostenpflichtig sein. Bisher ist das nur in Ausnahmen der Fall, etwa bei DM oder Tchibo.

WIEN. Kommenden Montag finden sich Vertreter großer Handelsunternehmen im Landwirtschaftsministerium ein, um über eine freiwillige Vereinbarung zu verhandeln. Der Handelsverband begleitet die Gespräche für den Einzelhandel, so Geschäftsführer Rainer Will.

Plastiksackerl / Bild: (c) APA/HELMUT FOHRINGER
Plastiksackerl / Bild: (c) APA/HELMUT FOHRINGER

„Ziel ist es, große Unternehmen einzubinden. Einige Punkte sind in den Verhandlungen für sie besonders wichtig“, sagt Will. Etwa, dass es sich um eine Selbstverpflichtung und nicht um ein Regulativ handle. Die Unternehmen müssen selbst entscheiden dürfen, ob sie an der Vereinbarung teilnehmen wollen. Außerdem dürften keine Preise enthalten sein, z.B., dass ein Plastiksackerl 50 Cent kosten müsse. „Das könnte aus kartellrechtlichen Gründen kritisch sein“, sagt Will. Außerdem müsse zwischen Papier, Kunststoff, recyceltem und nicht recyceltem Material unterschieden werden.

Weiters dürfe es für die Mittelverwendung keine Bindung geben. Ausnahmen müsse es für hochpreisige Produkte geben. Man könne nicht verlangen, dass ein Kunde, der Schuhe für 300 € gekauft hat, 50 Cent für ein Plastiksackerl zahlt. Bereits fix dabei seien viele Handelsunternehmen aus allen Branchen, in Summe würden diese einen wesentlichen Teil des österreichischen Einzelhandelsumsatzes machen, so Will.

Zahlreiche Teilnehmer

Ein Zeitrahmen für die Verhandlungen ist offen. In Deutschland wurden die Gespräche nach einem Jahr vor Kurzem abgeschlossen. Dort kosten die Tragetaschen ab April Geld, rund 60 Prozent der im Handel abgegebenen „Tüten“ sind davon betroffen.

In Österreich sind einige Unternehmen schon auf den Zug aufgesprungen. „Bei C&A Österreich werden Plastiktüten nur noch kostenpflichtig angeboten“, sagt Norbert Scheele, C&A-Chef von Mode Central Eastern Europe. Auch bei Media Markt-Saturn „erhalten die Kunden bereits seit mehr als einem Jahr Plastiktragetaschen gegen ein kleines Entgelt zwischen 30 und 50 Cent“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Seitens H&M Österreich heißt es: „Wir werden am runden Tisch des Umweltministeriums teilnehmen.“

Hintergrund der Initiative ist eine EU-Richtlinie, laut der bis 2020 nur noch 90 Sackerln pro Einwohner und Jahr verbraucht werden dürfen. Bis 2026 soll die Zahl auf 40 sinken. Spitzenreiter im Verbrauch war Irland mit 328 Sackerln pro Jahr, eine ähnliche Regelung konnte diesen nunmehr auf 18 drücken. Österreich liegt mit 51 Sackerln im Musterschülerbereich, auch Deutschland kann sich mit 71 sehen lassen. Der EU-Durchschnitt liegt bei 198.

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/4924061/Plastiksackerl-kostet-bald-uberall-Geld?xtor=CS1-15

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