Wiener Lokale werfen 35.000 Tonnen an Lebensmitteln weg

Bis zu 40 Prozent der Einkaufsmenge landet im Müll. Ökologie-Institut bietet Beratung an.

Jahr für Jahr fallen in der Wiener Gastronomie rund 35.000 Tonnen Lebensmittelabfälle an. Bis zu 40 Prozent der Einkaufsmenge in Lokalen landet also im Müll. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Österreichischen Ökologie-Instituts im Auftrag der Umweltschutzabteilung (MA 22). Das neue Beratungsangebot „Smart Kitchen“ soll Lokalen nun helfen, den Speise-Müll zu reduzieren und damit gleichzeitig auch Kosten zu sparen.

THEMENBILD: LEBENSMITTELABFÄLLE
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Kosten: 67,5 Millionen Euro

Denn die Kosten, die der Gastronomie durch die Entsorgung weggeworfener Lebensmittel entstehen, sind hoch: Diese würden rund sieben Millionen Euro betragen, berichtete Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut am Montag. Rechnet man dazu noch die Ausgaben für den Kauf ebendieser Lebensmittel hinzu, dann würden sich die Ausgaben schätzungsweise sogar auf rund 67,5 Millionen Euro summieren.

Tellerreste

Bei den Lebensmittelabfällen handelt es sich zumeist um sogenannte Tellerreste – sprich was die Gäste übrig lassen – und um Zubereitungsreste. Auch original-verpackte und angebrauchte Lebensmittel landen im Abfall. Zudem funktioniert die Mülltrennung oft nicht, die Speisereste werden nicht in die Bio-Tonne geworfen.

Unlimitierte Beilagen als Lösung

Laut Studie gibt es durchaus Vermeidungs- und Verbesserungspotenzial: „Unsere Erfahrung zeigt, dass schon mit sehr kostengünstigen Maßnahmen und geringfügigen Veränderungen tolle Ergebnisse erzielt werden können“, unterstrich Thomas Hruschka (MA 22) vom städtischen Umweltserviceprogramm ÖkoBusinessPlan Wien. Dazu zählt beispielsweise, den Gästen „unlimitierte Beilagen“ anzubieten. Das heißt, eine kleine Menge der Beilage wird am Teller serviert, wird aber auf Wunsch und ohne Aufpreis unbegrenzt nachgereicht.

Restl-Verwertung

Ein weiterer Vorschlag: Einwandfreie Lebensmittel vom Vortag werden zu einem „verbilligten Tagesteller“ verarbeitet. Reste könnten außerdem in Folie eingepackt und mit nach Hause genommen werden.

http://kurier.at/wirtschaft/marktplatz/wiener-lokale-werfen-35-000-tonnen-an-lebensmitteln-weg/163.024.619

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4 Kommentare

  1. Hallo!

    Bei uns startet gerade die Aktion „Restlbox“ wo die Gäste das, was nicht aufgegessen wurde, in einer chicken Box (ohne Alu! ohne Plastik!) mit nach Hause nehmen können.

    Angeboten soll die Restlbox von den Wirten selbst werden um ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung zu setzen. Damit die Menschen nicht mehr verschämt nach einer Alufolie fragen, um das Restl für den Hund mitzunehmen (was oft nicht stimmt, aber sie schämen sich, Reste mitzunehmen soll salonfähig gemacht werden)

    Eine super Sache finde ich!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

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