T-Shirts für 2 Euro, aber keiner wollte sie kaufen !!

T-Shirts für zwei Euro – ein Traum für Schnäppchenjäger. Doch woher kommt das T-Shirt und wer hat es eigentlich genäht? Mit einem T-Shirt-Automaten will die Organisation Fashion Revolution am Alexanderplatz das gesellschaftliche Bewusstsein für faire Mode schaffen.

Ein T-Shirt für zwei Euro? Klingt doch gut, denken sich sicher die meisten. Aber am Samstag auf dem Alexanderplatz wurden so einige Schnäppchenjäger stutzig. Mitten auf dem Platz, neben der Weltzeituhr stand ein Automat. Statt Cola oder Schokoriegeln verkaufte er – T-Shirts für 2 Euro. Einfach Geld einwerfen, auf einem Touchscreen die Größe auswählen und schon – wird der Screen schwarz und in hellblauen Buchstaben erscheint darauf: „Meet Manisha“ – triff Manisha.

Der T-Shirt-Automat macht auf die Lage von Näherinnen in Bangladesch aufmerksam. Foto: BBDO Berlin

Manisha ist das Mädchen, das die günstigen Shirts genäht hat. Für einen Stundenlohn von etwa 13 Cent. Auf dem Screen erscheinen Bilder von Näherinnen wie Manischa. Sie arbeiten in Fabriken wie der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch, die vor zwei Jahren einstürzte und mehr als tausend Menschen in den Tod riss. Manisha ist keine reale Person, aber sie steht für all die Arbeiterinnen, die in Ländern wie Bangladesch täglich die Kleidung nähen, die in westlich-wohlhabenden Ländern zu Spottpreise verkauft wird – wie eben auch am Alexanderplatz. Die Bilder, die der Automat abspielt, sollen an dieses Unglück erinnern und den Menschen ins Bewusstsein rufen, wo ihre Kleidung herkommt. Dahinter steht die Organisation „Fashion Revolution“, die ebenfalls vor zwei Jahren als Reaktion auf das Rana-Plaza-Unglück ins Leben gerufen wurde. Gegründet wurde sie in England, mittlerweile finden sich Ableger in 70 Ländern weltweit.

Eine versteckte Kamera im Innern des Automaten fing die interessierten, teilweise entsetzten Blicke der Menschen ein, ein Kamerateam filmte die Situationen aus einiger Entfernung. Nachdem der Automat die Bilder abgespielt hatte, konnten sich die Passanten entscheiden, ob sie das Shirt immer noch kaufen – oder lieber 2 Euro spenden wollten. „Neunzig Prozent aller, die den Automaten ausprobiert haben, haben gespendet“, sagt Borg. Nur wenige hätten das T-Shirt dennoch gekauft. In Zusammenarbeit mit der Agentur BBDO Berlin entstand ein kurzes Video über die Aktion. Darin zu sehen sind die Menschen, die das T-Shirt einsackten, allerdings nicht. „Wir sind zu jedem einzelnen natürlich hingegangen und mussten um Erlaubnis bitten, die Aufnahmen auch im Video verwenden zu dürfen“, sagt Borg, „und das war den paar wenigen Leuten, die das Shirt trotz der Bilder gekauft haben, dann meistens eben doch peinlich“.

Nicht nur die üblichen Verdächtigen – in einem Flashmob prangert „Fashion Revolution“ jene Firmen an, die in Fabriken wie Rana Plaza Kleidung produzieren lassen. Foto: Annett Borg

Seit zwei Jahren macht „Fashion Revolution“ am 24. April – dem Jahrestag des Rana-Plaza-Unglücks – weltweit auf das Thema Fairness in der Modebranche aufmerksam, hat den Tag zum internationalen Fashion Revolution Tag ausgerufen. Neben dem T-Shirt-Automaten fand in Berlin dieses Jahr auch ein Flashmob statt. Im Forum Steglitz legten sich die Teilnehmer der Aktion wie tot auf den Boden und platzierten Schilder auf ihren Körpern, darauf die Logos jener Modefirmen, die in der eingestürzten Fabrik in Bangladesh oder ähnlichen Fabriken produzieren ließen. „Viele Passanten waren entsetzt darüber, welche Firmen unter diesen miserablen Bedingungen produzieren lassen“, sagt Annett Borg. „Einige meinten, man kenne zwar die üblichen Verdächtigen, aber von vielen größeren Marken würde man solche Zustände eben einfach nicht erwarten“.

helpus

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/-fashion-revolution–am-alex-welchen-preis-ein-t-shirt-hat,10809148,30554912.html

 

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8 Kommentare

  1. Eine schöne Aktion- mir stellte sich nur die Frage: Für wen oder was würde ich spenden, wenn ich auf „donate“ tippe?
    Aber vielleicht ist das ja im Video zu verkürzt dargestellt!?

    Gefällt mir

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