10 Wahrheiten über Obst und Gemüse

AGRARBIOLOGE CLEMENS ARVAY ERKLÄRT DIE ARBEITSWEISEN DER LEBENSMITTELINDUSTRIE

Im Supermarkt ist die Gemüsetheke ein Fest für die Sinne. Der Geruch der frischen Kräuter, die saftigen Tomaten – und an der nächsten Ecke die Obstabteilung mit den exotischen Südfrüchten, gelben Bananen und knackigen Trauben. Alles sieht so gesund und frisch aus, manches sogar dekoriert wie auf dem Bauernmarkt. ABER: Diese Stimmung wird mit Kalkül vom Händler arrangiert.

Psychologie ist im Supermarkt alles. Die Gemüse- und Obstabteilung steht am Eingang, weil sie einen bestimmten Eindruck vermitteln soll: „In diesem Supermarkt ist alles frisch und von guter Qualität“.

Autor und Agrarbiologe Clemens G. Arvay deckt die Arbeitsweisen der Saatgut- und Lebensmittelindustrie auf (neues Buch: Hilfe, unser Essen wird normiert. Wie uns EU-Bürokraten und Industrie vorschreiben, was wir anbauen und essen sollen; Redline Verlag, 19,99 Euro).

BILD stellt zehn Beispiele vor, die Sie vermutlich bei Ihrem nächsten Einkauf anders auf die Obst- und Gemüseabteilung blicken lassen.

► Gurken sind gerade, weil der Handel es so will

Gurken sind deswegen so gerade wie möglich, weil man so größere Mengen von ihnen in Kisten stapeln kann – was sich für den Handel rechnet. Gleiches gilt auch für Möhren, Kartoffeln und Äpfel, die deshalb gern in plastikverschweißten Vierer- oder Sechserverpackungen verkauft werden.

► Supermarkt-Gemüse wächst nicht in der Erde

Das meiste Obst und Gemüse aus dem Supermarkt ist von Saatgutkonzernen designt und künstlich hochgezüchtet. So wachsen die meisten Pflanzen nicht in der Erde, sondern in Plastikbeuteln, sogenannten „Grow-Bags“, die von einem hochkomplexen Computersystem gesteuert werden können. Über Leitungen werden den Beuteln Wasser, Düngemittel und Pestizide verabreicht.

► Was das Saatgut-Recht alles regelt

Innerhalb der EU regelt das Saatgutrecht, welches Saatgut auf den Markt kommen darf. Es muss bestimmte Bedingungen erfüllen, um den Weg in den Handel und somit als Gemüse auf unsere Teller zu finden. Die einzelnen Pflanzen sind dabei u. a. auf Aussehen, Form, Gewicht und Ertrag normiert.

► Tomaten im Supermarkt sind Hybriden

Die Tomaten im Supermarkt sind Hybridzüchtungen. Das heißt u. a., dass ihr Wasseranteil künstlich in die Höhe getrieben wird, um das Fruchtgewicht zu erhöhen und somit den Ertrag zu steigern.

Obst- und Gemüseabteilungen sind bewusst designt

Die Gerüche in der Früchte-Abteilung regen den Appetit an – und ein hungriger Kunde kauft mehr. Wer zu Beginn des Einkaufs Gemüse und Obst in den Einkaufswagen packt, hat außerdem ein gutes Gefühl, etwas für seine Gesundheit getan zu haben, und greift dann angeblich eher bei den Süßigkeiten zu. Übrigens: Oft wird der Fußboden in der Frische-Abteilung etwas rauer gestaltet, damit sich der Schritt des Konsumenten verlangsamt und er unbewusst etwas länger bei den Waren bleibt.

Ursprung der Landwirtschaft

Die Geschichte der Landwirtschaft beginnt etwa 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung im altorientalischen Mesopotamien, der Region zwischen Euphrat und Tigris. Dort wurden die Urformen von Weizen, Gerste und Hülsenfrüchten angebaut.

Tomaten waren früher gelb

Tomaten waren ursprünglich gar nicht rot, sondern gelb. Darauf geht auch das italienische Wort „pomodoro“ für Tomate zurück, das wörtlich als „Goldapfel“ übersetzt werden kann.

Maiskolben gab es gar nicht

Mais sah nicht immer so aus wie wir ihn heute kennen. Er geht zurück auf die rispige Teosinte, ein Wildgras, das vor mehr als 7000 Jahren im heutigen Mexiko wuchs. Die Urpflanze hatte kleine Ährchen, die in zwei Reihen nur fünf bis zwölf Körner trugen. Erst unter menschlicher Obhut und Mutation entwickelte die Pflanze ihre stattlichen Kolben mit den dicken Körnern, die wir heute knabbern.

Früher war die Möhre weiß

Das hätte Bugs Bunny nicht geschmeckt: Die ursprüngliche Möhre war holzig im Biss, weiß gefärbt und viel dünner als heutige Möhren. Und sie schmeckte nicht so süßlich.

Unförmige Ware hat keine Chance

Sogenannte unförmige Ware, die nicht der Norm entspricht, wird gnadenlos aussortiert. Zunächst direkt nach der Ernte bei den Produzenten, dann ein weiteres Mal in den Sortier- und Packhallen und schließlich in den Filialen. Insgesamt werden damit bis zu 50 Prozent der Ernte aussortiert – obwohl die Ware zum Verzehr durchaus geeignet wäre!

http://www.bild.de/ratgeber/2014/supermaerkte/wahrheit-ueber-obst-und-gemuese-aus-dem-supermarkt-37338292.bild.html

Advertisements

2 Kommentare

  1. Als ich gelesen habe, dass es sich um „B*LD“.Wiedergabe handelt, war ich ein bisschen enttäuscht. Die Informationen finde ich entsprechend oberflächlich bis falsch (auch heute gibt es noch gelbe Tomaten, um nur ein Beispiel zu nennen – dass die Tomaten (nur) früher gelb waren, ist also falsch.)

    Ich hoffe, du fühlst dich nicht persönlich angegriffen, denn das ist nicht mein Ziel. 🙂 Ich denke, wenn man versucht, ethisch (annähernd) korrekt zu leben, sollte die „B*LD“-Zeitung nicht unbedingt als Quelle benutzt werden und durch Verlinkung und Erwähnung unterstützt werden.

    Vielleicht kennst du z.B. den Bildblog noch nicht? ( http://bildblog.de/ ) Die Einträge vermitteln sehr gut, warum ich denke, dass die „B*LD“-Zeitung nicht unbedingt positiv dargestellt werden sollte. 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s