Kanada: Das Geschäft mit dem Öl aus Sand

Hört man Kanada denkt man an endlose Weiten und wunderschöne Natur … jedoch:

Jeden Tag liefert Kanada über zwei Millionen Barrel Rohöl gewonnen aus Ölsand in die USA. Kanada ist aus dem Kyoto-Protokoll ausgetreten, um das Geschäft mit dem Ölsand betreiben zu können.

„Als ich noch klein war, hat mein Großvater immer gesagt ‚Sie kommen!‘ – Damals habe ich nicht verstanden was er meint. Heute bin ich alt. Ich bin 64. Mein ganzes Leben lang habe ich gesehen wie die Dinge sich verändern, wenn ich mit dem Boot unterwegs bin oder mit dem Flugzeug. Es ist eine richtige Katastrophe. Sie haben die Erde für ihr schwarzes Gold zerstört, dafür daß sie jeden Tag Milliarden Dollar verdienen. Haben Sie schon einmal gesehen welche Folgen eine Atombombe hat? So kommt mir das vor, wenn ich dort bin. Es ist unwirklich, die verstehen einfach nicht wie schön diese Welt ist.“

Larson ist Indianer, seine Welt war einmal ein Nadelwald. Heute befindet sich hier das größte Industrieprojekt der Welt: der Abbau des kanadischen Teersands. Wo einst Bäume standen, ragen jetzt gigantische Schlote in den Himmel.

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Im Norden von Alberta befinden sich die größten Teersand Vorkommen. Täglich werden hier 2 Mio Barrel gefördert – bis 2030 sollen es 5 sein.
Die Fördermethode ist energietechnischer Irrsinn, denn man braucht 1 Barrel Öl um 3 bis 4 Barrel zu produzieren. Das ist 10 mal mehr als beim saudiarabischen Rohöl. Und das Gas, das hier täglich abgefackelt wird, würde für knapp 3 Mio Haushalte reichen. Um 1 Barrel Teersand zu filtern, braucht man 8 bis 10 Barrel Wasser.

Man fördert schmutziges Öl zu Hightech-Kosten.

Danach sollen die Ölfirmen die zerstörte Landschaft wieder so herstellen wie vor dem Abbau. Was wirklich geschah: 1 km² sanierter Fläche in 25 Jahren. Auf der Warteliste stehen noch hunderte von km².
Aber die Ölfirmen versichern, daß eines Tages der Wald wieder zurück kehren wird in seinem natürlichen Zustand.
Statt einer ordentlichen Sanierung wurden jedoch nur Bäume gepflanzt, das ursprüngliche Ökosystem ist unwiederbringlich zerstört, viele Tiere und Pflanzen sind verschwunden.

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Fast 1 Milliarde Kubikmeter Wasser wurden durch die Verdünnung des Teersands hochgradig vergiftet. 50 bis 100 Jahre werden vergehen bis das Wasser wieder sauber ist.

2008 haben sich 1.600 Enten auf einem Klärbecken niedergelassen und sind auf einen Schlag verendet. Jeden Tag entweichen 11 Mio giftige Rückstände aus diesen Becken.

2011 ist die kanadische Regierung aus dem Kyoto Protokoll ausgestiegen. Es wäre unmöglich bei einem derartigen Boom des Teersandabbaus weiter die Treibhausgase zu reduzieren.

 

Die gesamte Doku gibt es hier: http://tvthek.orf.at/program/DokuMente-Kanada-Das-Geschaeft-mit-dem-Oel-aus-Sand/8118715/DokuMente-Kanada-Das-Geschaeft-mit-dem-Oel-aus-Sand/8117671

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