Fukushima: Kein Ende der Hiobsbotschaften in Sicht, doch die Medien schweigen

Fukushima0
Foto: netzfrauen.org

Rekord-Strahlung im Meerwasser. Radioaktives Wasser in der Reinigungsanlage in Fukushima 1 wegen Mängel gestoppt. TEPCO hat ein Leck in Fukushima Daiichi Einheit 3 gefunden. Nächste Woche wird TEPCO damit beginnen, das kontaminierte Grundwasser in den Ozean abzupumpen.

Nach zahlreichen Pannen, einer desolaten Informationspolitik, schlechtem Krisenmanagement und trotz zahlreicher Vorhaben hat sich die Situation vor Ort wenig verbessert, eher verschlechtert. Immer wieder erreichen uns neue Hiobsbotschaften aus der havarierten Atomanlage und die Medien schweigen. Fukushima scheint vergessen, von den Regierungen gewollt?

Tepco wird sich mit der Lagerung von kontaminiertem  Wasser auseinandersetzen. Etwa 450.000 Tonnen hochradioaktives Wasser sind derzeit in unterirdischen Anlagen und Tanks gespeichert. Experten sind der Meinung, dass sich weitere 15.000 Tonnen in einem Service-Tunnel befinden. Nach jüngsten Schätzungen sind bis zu 400 Tonnen kontaminiertem Wasser tagtäglich aus der beschädigten Anlage in den Pazifischen Ozean gesickert.

Olympische Spiele 2020 in Tokio schieben Wirtschaft an

Nun fragen wir uns, warum wird nicht in den Medien berichtet. Dass man in Europa bereits Pläne für neue AKWs macht, wurde in dem Beitrag Atomkurs statt Energiewende? EU-Kommission will 69 neue Atomkraftwerke für Europa erörtert. Aber da gibt es noch Olympia 2020 und es wird in Tokio bereits diesem Fest entgegen gefiebert.

Dazu eine Nachricht aus der Schweiz vom nzz.ch: „Der 05.Mai 2014 war ein Feiertag für das Internationale Olympische Komitee (IOC). Der Präsident Thomas Bach gab den Abschluss eines neuen Fernsehvertrages mit NBC bekannt. Das US-Network zahlt für die exklusiven Übertragungsrechte der Spiele von 2022 bis 2032 in den USA 7,65 Milliarden Dollar. Dazu schiesst es einen Bonus von weiteren 100 Millionen ein, der für die Promotion der olympischen Idee zwischen 2015 und 2020 eingesetzt werden soll. «Diese Übereinkunft», sagte Bach, «ist eine exzellente Neuigkeit für die olympische Bewegung. Sie hilft uns, unsere finanzielle Zukunft langfristig zu sichern.»”

Die Gesamtkosten der Spiele werden derzeit auf 5,6 Milliarden Euro geschätzt. Davon machen 3,4 Milliarden Euro die Baukosten für neue Stadien und Wettkampfstätten aus. Dieses Geld liegt bereits seit fünf Jahren auf einem Bankkonto der Stadt Tokio. Allein 1,1 Milliarden Euro dürfte das neue Olympiastadion kosten, das an der Stelle der Anlage von Olympia 1964 errichtet wird.

Den wirtschaftlichen Nutzen der Spiele beziffern die Organisatoren mit knapp 3 Billionen Yen (23 Milliarden Euro). Analysten sind jedoch optimistischer. So schätzt das Brokerhaus MUFG Morgan Stanley den Bruttowert des Olympia-Umsatzes auf 6 bis 8 Billionen Yen (46 – 61 Milliarden Euro). Im Schnitt erwarten Ökonomen einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 0,7 bis 0,8 Prozent über sieben Jahre. Eine ähnliche Wirkung wurde zuletzt bei den Spielen 2012 in London gemessen. (…) Nach der Schätzung des IOC wird Olympia 2020 der Bauindustrie Aufträge von 475 Milliarden Yen (3,6 Milliarden Euro) bescheren, während der Immobiliensektor 152 Milliarden Yen erwarten darf. Die Stadtregierung von Tokio will 153,8 Milliarden Yen für neue Bauten und Renovierungen ausgeben. Quelle

Warum ist kein Geld für die Rettung der Welt übrig, denn Fukushima betrifft uns alle und ist überall.

Fukushima: Kein Ende der Hiobsbotschaften in Sicht, doch die Medien schweigen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s