Fäkalkeime in Toastschinken gefunden

Foto: wikipedia / Rainer Zenz

KONSUMENT 3/2014 veröffentlicht: 27.02.2014

Bei diesem Testergebnis vergeht einem der Appetit: Mehr als die Hälfte der untersuchten Toastschinken enthalten zu viel Wasser oder sind mit Keimen belastet. Besonders schlecht schneidet in unserem Test verpackter Schinken ab.

http://www.konsument.at/cs/Satellite?pagename=Konsument/MagazinArtikel/Detail&cid=318888609264

Toastschinken wurde im Laufe der Zeit billiger und in der Qualität schlecher. – Ein „Aufgespießt“ von KONSUMENT-Redakteurin Elisabeth Spanlang.

Zwischen 0,47 und 1,79 Euro pro 100 Gramm kostet Toastschinken aktuell. Bio-Schinken gibt es für 2,69 Euro/100 Gramm. Das heißt: Seit unserem letzten Test (Toastschinken 2/2006), bei dem wir – mit einer Ausnahme – 0,85 bis 1,69 Euro/100 Gramm zahlten, wurde dieses Produkt sogar noch preiswerter.

Billiger Toastschinken, schlechte Qualität

Die Kunden wollen billiges Fleisch, sagt der Handel. Wollen sie das wirklich – oder doch eher gute Qualität zu einem angemessenen Preis? Selbstverständlich gibt es eine sogenannte preissensible Käuferschicht: Arbeitslosigkeit, schlecht bezahlte Jobs, Pensionserhöhungen unter der Inflationsrate sorgen dafür, dass fürs Leben immer weniger Geld bleibt.

Doch genau für diejenigen, die beim Lebensmitteleinkauf sparen müssen, kann selbst der preiswerteste Schinken teuer werden. Dann nämlich, wenn er zwar billig, qualitativ aber so schlecht ist, dass ihn keiner essen mag.

Supermärkte brauchen Billigschinken

In Wahrheit brauchen nur die Supermärkte selbst einen Billigschinken. Kein Werbepostwurf, der ohne Preishammer bei Fleisch auskommt. Nach wie vor werden Schnitzel & Co als Lockangebote eingesetzt. Entscheidend ist, die Kunden ins eigene Geschäft zu bringen. Der Rest erledigt sich dann praktisch von selbst – denn wer kauft, wenn er schon im Supermarkt ist, nur die Aktionsartikel und nicht auch das, was er tatsächlich braucht? Eben!

Dumpingpreise beim Fleisch

Wie die Dumpingpreise bei Fleisch zustande kommen, wissen wir inzwischen. Arm ist nicht nur die Sau, aus der innerhalb weniger Monate alles herausgeholt wird. Arm dran sind auch die Bauern: Gerade einmal 15 Euro pro Schwein bleiben ihnen nach Abzug sämtlicher Kosten, rechnete Anfang Jänner die österreichische Landwirtschaftskammer vor. Und die unter dem Preisdiktat des Handels stöhnenden Fleischer produzieren ihrerseits Turboware auf Teufel komm raus. Diese landet dann als stark gesalzener, mit Wasser aufgespritzter Schinken auf den Tellern der Konsumenten, die sich fragen, wie sie zu so einem kläglichen Produkt kommen. Höchste Zeit, dass sich hier etwas ändert, und zwar auf allen Ebenen.

http://tvthek.orf.at/program/heute-konkret/4660549/heute-konkret/7551735

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