Arme Sau

Es ist das Lieblingstier der Österreicher — zumindest am Teller. Fünf Millionen Schweine werden bei uns pro Jahr geschlachtet und gegessen, das sind pro Kopf fast vierzig Kilogramm. Wir sind die Weltmeister im Schweinfleischkonsum und es ist kaum woanders so billig.

Vor vierzig Jahren war Schweinefleisch fast viermal so teuer wie heute. Ein Kilo Schnitzel kostet heute im Sonderangebot weniger als ein Kilo Champignons. Wenn Fleisch in den Kühlregalen der Supermärkte landet, ist es meist ein Sonderangebot. Knapp siebzig Prozent des gesamten Frischfleisches wird mit großen Preisabschlägen verkauft. Die Folgen dieser extremen Entwicklung werden meist ausgeblendet.

Damit die Kampfpreise gehalten werden können, müssen die Bauern ihre Höfe zu richtigen Fabriken umrüsten. „Immer mehr und immer billiger“, so lautet die Maxime. In vier Monaten muss ein Ferkel zur Schlachtreife gemästet werden. Die Ställe werden immer größer, die Erträge immer geringer. Vor 15 Jahren gab es 125.000 Schweinebauern, heute sind es gerade einmal 26.000. Weniger Bauern, aber immer mehr Schweine. Auch die Schlachthöfe müssen im internationalen Konkurrenzkampf immer größer werden und immer effizienter töten.

Kann dieses Fleisch noch gesund sein? Und wer ist Schuld an der Misere? Die Bauern? Die Lebensmitteldiskonter? Oder doch wir Konsumenten? Schauplatz-Reporter Klaus Dutzler sucht Antworten auf die Frage, wie das Schwein zur „Armen Sau“ geworden ist.

ORF-AM SCHAUPLATZ: Arme Sau, Do, 09.01.2014

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